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Transkript zu Episode 20: „Wir sind mit ‚KiKA LIVE‘ da, wo die Preteens sind.“

Miriam Steinhoff spricht als verantwortliche Redakteurin mit Inka Kiwit über das Preteens-Format „KiKA LIVE“. Sie erzählt, wie die Kolleg*innen es schaffen, Reportagen, Shows, Schulhof-Trends, Specials und Social Media zu verbinden, wie kein anderes Format und was die Zielgruppe redaktionell so besonders macht.

Inka Kiwit: Hallo zu einer neuen Folge der „Triff KiKA – Werkstattgespräche“. Wir sprechen in dieser Folge über ein Format, das seit über 20 Jahren mit den Preteens mitwächst, das im linearen sowie im digitalen erfolgreich, und im KiKA- und ARD-ZDF-Netzwerk sehr präsent ist. „KiKA LIVE“ – das Preteens-Format bei KiKA. Wie die Kolleg*innen es schaffen, Reportagen, Shows, Schulhof-Trends, Specials und Social Media zu verbinden, wie kein anderes Format, darüber rede ich mit Miriam Steinhoff, der verantwortlichen Redakteurin von „KiKA LIVE“. Hallo Miriam, schön, dass du da bist.

Miriam Steinhoff: Hallo Inka, schön dass du mich eingeladen hast.

Inka Kiwit: Miriam, wenn du „KiKA LIVE“ in nur einem Wort beschreiben müsstest, welches wäre das?

Miriam Steinhoff: Oh, in nur einem Wort. Ich würde sagen, authentisch.

Inka Kiwit: Das ist ein gutes Wort.

Miriam Steinhoff: Das ist glaube ich wirklich ein authentisches Format. Ich glaube, das ist in einem Wort beschrieben.

Inka Kiwit: Mag ich sehr. „KiKA LIVE“ richtet sich ja an Preteens, also die älteste Zielgruppe bei uns, mitten im Übergang. So kann man die Zielgruppe schon beschreiben. Was macht denn diese Altersgruppe redaktionell so besonders? Vielleicht sogar herausfordernd?

Miriam Steinhoff: Ja, herausfordernd, das ist genau das richtige Wort glaube ich. Die sind nämlich sehr speziell, ab zehn, elf bis, sagen wir mal, 13, 14 ist so die Zielgruppe von „KiKA LIVE“ und die sind in sich schon so inhomogen, dass das sehr schwer abzubilden ist. Aber es ist auch so, dass selbst unter den Zwölfjährigen so viele Unterschiede sind, was die so interessiert, was die gerne mögen, was ihre Hobbys sind, was sie cool finden. Also sehr breit und das ändert sich auch noch permanent. Bei den kleineren Kindern ist es ja auch so, aber bei diesen Älteren ist es halt einfach so, die interessieren sich nicht jahrelang für das Gleiche, sondern das kann von einer Woche auf die nächste Woche dann schon wieder was ganz anderes sein. Aber was die auch so besonders macht, ist, die sind sehr speziell, weil die zum ersten Mal die Hoheit haben über ihre eigene Mediennutzung. Also die haben Handys, die haben Zugang zum Internet, die können schon selbst entscheiden, was sie gerne sehen wollen oder was sie hören wollen oder was sie machen wollen. Und das wird sehr beeinflusst auch durch ihre Peergroups, durch ihre Freunde und so weiter und natürlich auch durch Social Media, was ihre Interessen sind. Und das ändert sich permanent. Also von Woche zu Woche kann es schon wieder ganz neu sein. Und da dranzubleiben und zu gucken, was wollen die sehen und was können wir ihnen als „KiKA LIVE“ da anbieten? Das ist schon eine Herausforderung und man muss dabei authentisch bleiben. Deswegen das, was ich vorhin gesagt habe, was „KiKA LIVE“ in einem Wort ausmacht. Ich glaube wir sind authentisch. Aber das ist auch genau das, was diese Zielgruppe, glaube ich, sucht und braucht, damit wir sie ernst nehmen und damit wir sie erreichen können mit unseren Inhalten.

Inka Kiwit: Wollen die Preteens ganz besonders gesehen und ernst genommen werden? Würdest du da mitgehen?

Miriam Steinhoff: Ja, das glaube ich schon. Die haben auch ganz andere Needs, weil die, wie gesagt, nicht mehr so von ihren Eltern gesteuert sind. Und das macht es natürlich für uns als KiKA nochmal doppelt schwer, weil die suchen erstmal nicht unbedingt bei KiKA. Also es gibt Kinder in dem Alter, die sind noch sehr KiKA-affin. Und dann gibt es aber auch schon welche, die sind da schon gar nicht mehr. Die sind bei Social Media und suchen nach anderen Sachen. Und denen zu zeigen, dass es hier auch noch ein Angebot für sie gibt bei KiKA, das ist auch wiederum eine Herausforderung. Und manchmal haben wir Umfragen gemacht und Studien. Und dann sagen die Kinder: „Das finde ich cool und das finde ich cool. Ach so, das gibt es bei KiKA? Das haben wir gar nicht gewusst.“ Und das ist natürlich immer schwierig. Wo kriegen wir die? Und wo sind die Touchpoints, wo wir an die Zielgruppe rankommen?

Inka Kiwit: Lass uns mal über „KiKA LIVE“ als Marke sprechen. „KiKA LIVE“ hat als Show begonnen, dann habt ihr es zur Reportage weiterentwickelt. Jetzt gibt es immer mal wieder große „KiKA LIVE“-Shows, zuletzt sogar mit Grimme-Preis Nominierung. Herzlichen Glückwunsch nochmal!

Miriam Steinhoff: Ja, danke, „Style Stars“!

Inka Kiwit: Wie schafft ihr es denn, eine Marke über so viele Jahre so breit zu fächern, ohne die Marke zu verwässern?

Miriam Steinhoff:Ich glaube das ist einfach eine kontinuierliche Entwicklung, die wir damit machen, und zwar, weil wir nah an der Zielgruppe bleiben. Also wir versuchen gar nicht an dem festzuhalten, was wir haben und was wir machen und was wir machen wollen und was wir als Redakteure gut finden, sondern wir gucken einfach: Was finden die Kinder gut und was ist jetzt auch gerade angesagt? Also so Studioshows, wir hatten ja früher „Kikania“, das war ja ein tägliches Format aus dem Studio. Das ist vielleicht auch jetzt heute nicht mehr so angesagt, das guckt man sich nicht mehr so an. Außerdem sind wir natürlich auch ein Stück älter geworden, ein bisschen „preteeniger“, also die obere Zielgruppe von KiKA. Und da gehen wir jetzt raus und gehen dahin, wo die sind. Also wir sind ja bei Events, wir sind bei Konzerten, wir sind auf dem Schulhof, wir sind in der Stadt. Wir gehen dahin, wo die Kinder sind oder wo die, es sind ja keine Kinder mehr, wo die jungen Jugendlichen, also die Preteens, dann auch sind und versuchen da eben nah dran zu sein und veruchen da, wo die sind, zu gucken: Was ist relevant, was ist der Alltag, was machen die und wo sind die?

Inka Kiwit: Also hat sich die Form verändert? Eure Haltung bleibt gleich, das Authentische, aber die Form hat sich deutlich verändert?

Miriam Steinhoff: Ich glaube einfach, es gibt eine Vielzahl an Erzählweisen, was die Themen der Preteens angeht. Und da probiert man auch immer mal aus. Also wir machen ja auch noch Live-Shows. Wie du gerade gesagt hast, „Style Stars“ haben wir gemacht. Das planen wir jetzt auch wieder für 2027. Das ist jetzt nicht so, dass wir sowas nicht machen, aber das ist dann eben „eventig“ und das ist so ein bisschen Lagerfeuer-Atmosphäre, könnte man sagen. Ja, das ist dann auch so ein bisschen mehr noch Richtung Familie, da versammelt man sich auch vorm Fernseher. Was wir aber ja wissen, ist, dass die Nutzung im TV zurückgeht und immer mehr auch digital geguckt wird. Und gerade bei den Preteens ist es dann auch oft so, dass die sich nicht zu Hause vorm Fernseher hinsetzen, sondern die haben ihr Smartphone, die haben Tablets, die gucken im Internet, die gucken Smart-TV, auch unabhängig von den Eltern. Und da muss man eben auch unterschiedliche Arten von Erzählweisen anbieten.

Inka Kiwit: Wie merkt ihr denn, dass das Thema die Zielgruppe bewegt?

Miriam Steinhoff: Also wir sind ja sehr viel im Austausch mit der Zielgruppe. Wir haben Trendchecks, also wir gehen in die Schulen und wir reden mit denen. Und wir haben ja jetzt bei KiKA auch das UserLab. Da gibt es ja auch die Möglichkeit, mit den Kindern in Kontakt zu kommen und direkt mit denen auch zu sprechen, konkrete Fragen auch zu stellen. Wir haben auch Social Media. Also wir haben ja einen Instagram-Kanal, über den wir sehr viel Feedback auch einholen: Was mögen die? Ja, und wir hören auch einfach zu. Also, wenn wir zum Beispiel neue Studentinnen oder Studenten bei uns haben oder neue Mitarbeiter, dann sage ich denen immer: Fahrt Straßenbahn. Fahrt ganz viel Straßenbahn und hört zu, über was sie sich unterhalten. Also alleine schon, wie die reden, über was sie reden, welche TikToks sie sich angucken, was sie sich auf ihrem Handy, was sie im Internet spielen, was zocken die, was haben sie für Klamotten an. Das sind einfach so Sachen, auf die man achten muss. Und wir haben natürlich auch Recherchen. Also wir gucken dann schon so trendradarmäßig, was ist gerade angesagt. Die Aufgabe ist dann, wir haben montags immer einen Termin, wo bei TikTok geguckt wird, wo wir bei Instagram gucken, wo wir im Internet gucken, also wo ganz viel recherchiert wird. Was machen die gerade und was ist angesagt? Und dann machen wir Try and Error. Also wir probieren auch einfach mal Sachen aus. Ich bin sehr, sehr froh, dass wir diese Freiheit haben, auch Sachen mal auszuprobieren. Wenn man merkt, das hat jetzt nicht so ganz den Kern getroffen, dann kann man Sachen auch mal wieder lassen. Dann wird es eben keine Reihe, sondern war das ein Einzelprojekt oder man schraubt nochmal, wenn es gut war, und könnte aber noch besser werden. Dann gucken wir, dass wir nochmal an der Dramaturgie schrauben oder die Story nochmal ein bisschen anders angehen. Und so hoffen wir, dass wir die Themen treffen, die auf dem Schulhof auch relevant sind oder so. Und dann habe ich natürlich ein sehr tolles Team. „KiKA LIVE“ ist ja eine größere Redaktion und die sind eben alle so. Also die gucken alle, was ist gerade angesagt. Die reden in ihren Freundeskreisen mit der Zielgruppe und mit dem UserLab, versuchen wir da nah dran zu sein.

Inka Kiwit: Ja, die Zahlen geben euch recht. Der Erfolg ist da. Zu diesem authentischen, zu der Authentizität, tragen natürlich die Moderator*innen bei. Moderator Ben ist seit 2009 dabei, seit 2023 ist Sarah dabei, 2025 kam Noel dazu. Was macht die „KiKA LIVE“-Hosts aus? Worauf achtet ihr bei der Auswahl?

Miriam Steinhoff: Also im Moment suchen wir ja nicht, wir haben ja schon seit...

Inka Kiwit: Worauf habt ihr bei der Auswahl geachtet?

Miriam Steinhoff: Also eigentlich ist bei der Auswahl das, was ich vorhin gesagt habe, sind die authentisch? Sind die nah an der Zielgruppe? Und ganz wichtig auch, haben die Bock? Also haben die richtig Bock, sowas zu machen und haben die Spaß dran? „KiKA LIVE“, das hört sich immer nur so nach „Ja, so alles ein Riesenspaß“ an, ist es auch, aber es ist natürlich auch ein Job. Also der ist natürlich auch nicht so ganz unanstrengend. Manchmal haben die zwei, drei Drehs hintereinander in einer Woche, fahren dann abends oder nachts zum nächsten Drehort. Das muss man auch wollen und das muss man auch können. Also das ist nicht zu unterschätzen, dass das ein Always-on-Job ist, so. Und die müssen ja dann auch abliefern, also die müssen auch gute Laune haben. Also zum Beispiel, wir waren ja jetzt letzte Woche beim „KiKA Award“ in Köln, da sind die drei mit ihrem neuen Song aufgetreten. Die haben einen Song aufgenommen, „Wer hat dich gefragt?“ heißt der, unbedingt mal anhören. Und es gibt auch ein Musikvideo dazu und drei Sendungen, „KiKA LIVE“, wie der entstanden ist. Und da sind die da aufgetreten, Sarah ist noch nie irgendwo aufgetreten mit einem Song.

Inka Kiwit: Live, ne?

Miriam Steinhoff: Live, ja. Die sind dort vor 420 Kindern und in einer anderthalbstündigen Live-Show aufgetreten. Das war schon irgendwie ein mega Ding für die drei, aber man kann sich sehr auf die verlassen und die lieben das, was sie machen. Und ich glaube, das ist wichtig und darauf achten wir auch schon beim Casting und bei den ersten Gesprächen. Ist das was, was die gerne machen wollen?

Inka Kiwit: „KiKA LIVE“ hat ja in den letzten Jahren auch digital total stark zugelegt. Visits, Verweildauer, Bekanntheit. Ihr seid bei uns in den non-fiktionalen Produkten, das kann man schon so sagen, ein Leuchtturm. Was habt ihr konkret verändert, um eure digitale Reichweite auf- und auszubauen?

Miriam Steinhoff: Ja, ich bin auch ein bisschen überrascht, wie gut das tatsächlich gerade läuft. Wir sind gerade wirklich in diesem Jahr auf Platz 1 aller Formate im Digitalen. Das läuft wirklich richtig gut. Also auch die Steigerung, Abrufe und Visits und so weiter hat alles sehr gut funktioniert. Ich glaube es ist das, was ich ja schon gesagt habe. Wir sind ganz nah an der Zielgruppe und fokussieren uns darauf zu gucken, was wollen die eigentlich wirklich sehen? Wir arbeiten ja mit einer Persona, was ein zwölfjähriges Mädchen so ungefähr ist, die wir uns immer dann vorstellen, wenn wir Themen auswählen oder überlegen, wie wir ein Thema angehen. Also wir haben ja ein sehr breites Themenspektrum bei „KiKA LIVE“, aber die Herangehensweise ist quasi das Besondere. Also wir überlegen dann, was an diesem Thema könnte diese Persona interessieren und wie gehen wir das an, damit wir sie damit erreichen? Was wir sehr, sehr regelmäßig machen und wo ich jetzt sehr, sehr froh bin, dass wir im Team auch eine Kollegin von der MeFo (Medienforschung) haben, ist, dass wir ständige Auswertungen machen und über Daten auch versuchen uns zu optimieren. Und wir gucken uns dann teilweise auch Zeitverläufe an und gucken: Wo sind die ausgestiegen? Was war an der Stelle, wo plötzlich ein Abbruch ist? Also wir hatten zum Beispiel jetzt eine Folge, da haben sich zwei geküsst und da wurde irgendwie abgeschaltet an einigen Stellen. Da haben wir uns ein bisschen gewundert. Man sagt so, woran kann das liegen? Dann haben wir überlegt und das war vor allen Dingen im Fernsehen so. Vielleicht ist es so, dass in dem Moment, wenn die Fernsehen gucken, dass die Eltern da mit im Zimmer sitzen und sie vielleicht so sagen „Peinlich, peinlich, wollen wir nicht“. Bei den digitalen Abrufen ist dieser Einbruch dann nicht so unbedingt zu sehen an der Stelle. Also so kleine Sachen gucken wir uns da an. Eventuell auch noch mal, wie ist der Einstieg? Wir diskutieren immer sehr viel über den Anfang der Folgen. Also wie geht man da rein? Was sind die stärksten Bilder? Womit kriegt man quasi die Aufmerksamkeit schon am Anfang? Ja, und dann sind die Themen natürlich so unterhaltsam, aber doch auch irgendwie relevant, zumindest für die Zielgruppe so relevant, dass sie sich das angucken wollen. Und dann versuchen wir natürlich viel im Moment auch über Kuratierung und über SEO und über Optimierung von Thumbnails und über Keywords. Und es gibt natürlich die Möglichkeit, unsere Folgen auch auf Startseiten zu platzieren. Das passiert zum Glück sehr oft. Und das tut uns natürlich auch gut.

Inka Kiwit: Lass uns mal in eure Planung ein kleines bisschen reingucken. Ihr plant wöchentlich, und ich glaube man muss dazu sagen, „KiKA LIVE“ läuft fast jeden Tag, außer freitags und sonntags. Wenn ihr plant, denkt ihr eure Folgen automatisch für jede Plattform spezifisch mit, also von Anfang an, oder denkt ihr bewusst vom 20-Uhr-Slot aus, vom Linearen, vom TV?

Miriam Steinhoff: Ja das ist eine gute Frage. Das Thema steht bei uns ganz, ganz oben auf der To-Do-Liste. Wir wollen unsere Planung digitaler machen. Also da ist jetzt ein Workshop, den ich jetzt gerade vorbereiten möchte, der sich genau damit befasst: Wie werden wir aus, einem bisher noch hauptsächlich TV-Format, ein digitales Format und wie können wir die Plattform, die wir ja haben, noch spezifischer bespielen? Das heißt, wir wollen eigentlich digital-first denken, um zu gucken welche Plattform braucht was. Da gibt es ja unterschiedliche Herausforderungen, die jede Plattform so mit sich bringt. Und da gucken wir schon zuerst: Was ist die Geschichte, die wir haben, die wir erzählen wollen und auf welche Plattformen passt die? Und wie können wir sie dort erzählen? Also Videos erstmal online-first zu denken und dann zu gucken, wo platziert man sie danach im TV, was ja noch weiterhin einige Jahre unser Anker sein wird. Aber zukünftig werden wir gucken, dass wir da eher vom Online her denken und auch planen und die einzelnen Plattformen so bespielen, wie sie eben von ihrer Systematik auch funktionieren.

Inka Kiwit: Ich würde ganz gerne noch am Redaktionstisch mit dir bleiben. Trends spielen ja bei „KiKA LIVE“ immer wieder eine sehr große Rolle. Wie entscheidet ihr denn, welche Trends ihr in den Folgen aufnehmt oder vielleicht auch bewusst gar nicht begleitet?

Miriam Steinhoff: Tatsächlich ist der „Trendcheck“ dann ein ganz gutes Tool. Also einmal kurz vielleicht für die, die das nicht kennen: Wir gehen meistens auf die Straße oder wir gehen zu einer Schule oder wir gehen zu einem Konzert. Jetzt im Mai sind wir bei einem Fußballspiel. Also das sind Orte, wo Kinder in der Zielgruppe sehr präsent sind und viele einfach da sind. Und dann fragen wir die, was ist bei euch gerade angesagt? Wir fragen sie aber auch, was findet ihr nicht gut manchmal? Also wir hatten letztens zum Beispiel, da ging es ja um dieses WhatsApp-Mobbing und so weiter, über Klassenchats oder so. Das war gerade ein Thema. Da fragen wir die auch. Oder es gibt so TikTok-Trends, wo so Obst und Früchte Gags machen, die ja nicht so lustig sind. Wie findet ihr das? Also sowas fragen wir die auch. Dann kann man sowas aufgreifen, kann da unterschiedliche Meinungen anhören, ohne dass wir uns da quasi positionieren. Aber wir versuchen natürlich, das schon so einzuordnen, dass das auch so verantwortungsvoll zu Ende erzählt wird. Also wir lassen das jetzt nicht offenstehen.

Inka Kiwit: Wie viel Einfluss hat denn die Community in eurer Redaktionsarbeit? Ich meine, bei Instagram ist der Rückkanal ja da, ne?

Miriam Steinhoff: Ja. Der Rückkanal über Instagram, den nutzen wir auch sehr. Also wir fragen die sehr viel: Was beschäftigt euch? Was sind so die Themen? Wie gesagt, auch über das UserLab. da habe ich ja vorhin schon viel gesagt, wie wir da den Kontakt haben zur Zielgruppe. Natürlich endet das nie. Es wandelt sich permanent. Und das ist auch die große Herausforderung, da eigentlich immer dranzubleiben und immer zu gucken. Und wenn ich mit meinen Kindern rede, die sind zwar schon rausgewachsen aus dem „KiKA LIVE“-Alter, aber die sagen dann manchmal so „Aber das ist doch jetzt schon wieder zwei Wochen her“ und so. Manchmal sind wir auch zu spät dran. Also da müssen wir auch noch ein bisschen schneller werden. Ich glaube, das kann man schon mal so sagen. Wir sind halt alle Erwachsene. Wir sind jetzt alle keine Preteens in unserem Team. Wir haben auch Jüngere im Team und es sind natürlich alle sehr offen und gucken sich um und so. Aber da die Trends tatsächlich so schnell sich wechseln, muss man da eigentlich permanent dranbleiben. Das versuchen wir, indem wir nah an der Community dran sind.

Inka Kiwit: Lass uns nochmal über die Zusammenarbeit im KiKA-ARD-ZDF Netzwerk sprechen. Ihr habt die „KiKA LIVE Allstars“ mit Moderator*innen aus vielen Formaten. Ihr seid stark mit den Formaten „Die beste Klasse Deutschlands“, mit „Schloss Einstein“ oder „logo!“ vernetzt. Wie funktioniert die Zusammenarbeit und wie profitiert ihr als Redaktion von diesem Netzwerk?

Miriam Steinhoff: Also das macht immer wieder Spaß, mit denen auch zusammenzuarbeiten, gerade was die „KiKA LIVE Allstars“ angeht. Hast du ja gerade schon angemerkt. Da sind die Moderatoren alle zusammen und wir machen mit denen Challenges und so weiter. Das letzte, was wir jetzt gemacht haben, war auch wieder sehr spannend: Da waren wir im Schnee, das ist sehr cool geworden. Da gibt's immer einen sehr guten Austausch auch mit den Redaktionen. Die machen das sehr gerne, also mit ARD und ZDF. Die stellen die da gerne zur Verfügung und die finden das auch eine großartige Aktion. Beim „KiKA Award“ war es jetzt auch wieder so, da sind die Moderatoren aus dem kompletten KiKA-Kosmos vertreten gewesen, aus allen Anstalten von ARD und ZDF. Das ist super. Mit „logo!“ arbeiten wir sowieso eng zusammen, weil wir uns da auch thematisch verknüpfen wollen. Wir haben jetzt im Sommer zum Fußball eine Aktion, wo wir so ein Community-Tool testen werden. Da können Kinder quasi diskutieren unter Beiträgen. Das machen wir mit „logo!“ zusammen. Und sonst haben wir jetzt gerade eventuell eine Zusammenarbeit mit „My Move“, …

Inka Kiwit: Ein Tanzformat.

Miriam Steinhoff: … „Schloss Einstein“ und „Pfefferkörner“ sowieso immer. Wir machen sehr viele Sendungen auch mit „Schloss Einstein“ zusammen, weil die Zuschauer ganz gerne sehen wollen, wie entsteht so eine Serie und wie sind die Einsteiner, wenn sie nicht gerade im Film sind. Wir machen da so ein bisschen quasi das Backstage dazu. Und ja, die Redaktionen sind da sehr offen und wir arbeiten da zusammen und entwickeln auch gemeinsam Ideen, was man da programmlich tun kann. Also ich finde, das ist eine sehr gute Zusammenarbeit.

Inka Kiwit: Okay, also ein super großer Netzwerkgedanke, viel Cross-Promo, absolutes Vertrauen unter den Redaktionen. Würdet ihr sagen, ihr seid auch so ein bisschen das Format, was die Brücke zu funk ist? Also funk, das junge Angebot von ARD und ZDF, 14 bis 29, Teenager bis junge Erwachsene?

Miriam Steinhoff: Ja, unbedingt. Also es ist ja bei uns so, dass wir altersmäßig so bei „KiKA LIVE“ eigentlich die ganz oberste Grenze von KiKA haben und funk quasi die unterste Grenze bei denen, und das überschneidet sich mit unserer. Also da sollten wir unbedingt noch mehr zusammenarbeiten. Wir beobachten das ja genau, was die machen. Wir gucken uns auch Formate an. Wir haben überlegt, ob man da eventuell mal Hosts zu uns einlädt oder unsere Hosts auch mal bei funk platziert. Da werden wir jetzt in die Gespräche gehen. Ich glaube, da ist noch Potenzial, viel zu machen. Gerade auch, wenn wir jetzt in Richtung digital denken. funk ist ja kein TV-Format an sich, aber wir werden ja digital und da wird es sicherlich Überschneidungen geben mit funk. Und ich denke, das liegt auf der Hand, dass man da gut was zusammen machen kann. Da bin ich schon sehr gespannt. Das geht jetzt los demnächst, hoffe ich.

Inka Kiwit: Ist ja auch ein perfect Match, muss man so sagen. Miriam, wenn du in die Zukunft guckst, wo liegt denn für „KiKA LIVE“ vielleicht noch weiteres Potenzial? Was schlummert da noch in deinen Gedanken? Gibt's da was?

Miriam Steinhoff: Ja, also es geht ja darum, Geschichten gut zu erzählen. Und das wollen wir bei „KiKA LIVE“ schon immer und wollen wir auch weiterhin tun. Das ist quasi das, was auch unser Ziel ist für die nächsten Jahre. Das Umdenken ist ja schon längst losgegangen, dass wir nicht nur Fernsehen denken, sondern auch digital. Und das werden wir noch weiter tun, dass man da plattformspezifischer denkt, auch wo funktioniert was, wie. Wir wissen ja noch gar nicht, was es in zehn Jahren vielleicht noch für neue Plattformen gibt oder für Social Media oder was gibt es denn noch? Die Welt ist ja noch nicht fertig erfunden. Und wir sind da offen dafür, um zu gucken, wo kann man sich da wie platzieren? Und ich glaube, wir sollten da dranbleiben. Und das Tolle ist ja, dass wir experimentieren können. Wir können Sachen machen und wir können gucken, ob es gut funktioniert. Und wir haben diese Feedback-Möglichkeiten auch mit der MeFo und dem UserLab und dann gucken, was funktioniert gut. Gibt es hybride Erzählweisen vielleicht, die wir über verschiedene Plattformen erzählen können, um die Marke auch noch zu stärken und zu gucken, wie man auch eventuell mit einem Social Media Verbot, wenn es kommen sollte, umgeht? Auch darauf müssen wir dann reagieren. Da gibt es jetzt noch nicht das Patentrezept, aber über solche Sachen denken wir natürlich nach. Und wir müssen natürlich drüber nachdenken, wie wir auch unsere Workflows und Arbeitsweisen agiler gestalten. All so Sachen, damit beschäftigen wir uns und müssen natürlich da in der Zukunft weiter daran arbeiten.

Inka Kiwit: Sagt Miriam Steinhoff, verantwortliche Redakteurin von „KiKA LIVE“. Vielen Dank für das tolle Gespräch, Miriam.

Miriam Steinhoff: Vielen Dank, Inka. Das war super.

Inka Kiwit: Wenn Sie noch mehr über unsere Formate erfahren möchten, hören Sie gerne in weitere Folgen der „Triff KiKA – Werkstattgespräche“ rein. Bei ARD Sounds oder überall dort, wo es Podcasts zu hören gibt. Haben Sie Fragen, Feedback oder Themenideen? Schreiben Sie uns, wir freuen uns auf Ihre Nachrichten. Oder Sie besuchen uns auf unserem KiKA-Kommunikationsportal unter kommunikation.kika.de. Da gibt es auch alle Transkripte der Folgen zum Nachlesen. Also, bis zur nächsten Folge. Machen Sie es gut.

Zuletzt geändert am [ 29.06.2026 ]