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Transkript zu Episode 24: „Das Wichtigste am Kino sind gute Geschichten.“ Wie wird die Generation Alpha Kinofilme in Zukunft erleben? Darüber spricht die Sarah Duve von der FFA mit Daniel Fiene.

„Kinofilme regen Gespräche an, über andere Welten, über andere Werte und Lebensformen“. Vor welchen Herausforderungen stehen Kinos, Filmschaffende und Filmförderungen wie die FFA?

Sarah Duve: Wir haben jetzt zweieinhalb Jahre Krisenmanagement betrieben, um der Branche zu helfen. Wir hatten die letzten zwei Jahre schlicht keine Zeit, um uns intensive Gedanken über die Zukunft der Filmförderung zu machen. Wir haben versucht die Branche buchstäblich zu retten.

[Intro] Generation Alpha - Der KiKA-Podcast

Daniel Fiene: Wenn Zeit zum Luxus wird, wann haben Sie sich das letzte Mal Zeit für etwas genommen, um etwas Schönes zu unternehmen? Wenn es ihnen so wie mir geht, dann sagen Sie vielleicht auch: Naja, irgendwie wird so etwas immer schwieriger. Man nimmt es sich vor. Am Ende klappte doch nicht, sich etwas Zeit für was Schönes zu nehmen. Naja, alles verdichtet sich. Die ganzen Krisen. Wie wird es wohl erst in Zukunft sein, wenn die Generation Alpha in 25 Jahren sich mit ihren Kindern Zeit für etwas Besonderes nimmt? Dem nähern wir uns in dieser Podcast-Episode, wenn wir uns mit der Rolle des Kino-Kinderfilms in 25 Jahren beschäftigt.

Daniel Fiene: Mein Name ist Daniel Fiene. Willkommen zu dieser neuen Podcast-Ausgabe, in der wir uns anschauen, wie die Generation Alpha und ihre Kinder den Kinofilm erleben werden. Darüber spreche ich heute mit Sarah Duve. Sie ist die Stellvertreterin des Vorstands und Leiterin Förderung der FFA Filmförderungsanstalt. Das ist die bundesweite Filmförderung Deutschlands. Das Budget finanziert sich über die sogenannte Filmabgabe, also die kommt unter anderem von den Kinos, der Videowirtschaft und dem Fernsehen. Sie werden hören wie reflektiert Sarah Duve sich mit der Entwicklung des Kinderfilms und der Generation Alpha auseinandergesetzt hat. Das hören wir schon allein in der Vision, die sie uns mitgebracht hat. Der Faktor Zeit spielt hier eine besondere Rolle.

Sarah Duve: Was ich der Generation Alpha in Städten und auf dem Land, die hier gerade aufwachsen, wünsche, dass sie gestärkt aus den multiplen Krisen, die sie jetzt schon in jungen Jahren erleben müssen, hervorgehen. Dass sie medienkompetent werden und einer eigenen Haltung und einem demokratischen Rückgrat und in einer diversen und klimafreundlichen und überhaupt freundlicheren Gesellschaft, als sie heute ist, aufwachsen oder dann erwachsen sind. Und dass sie vor allen Dingen, im Jahr 2047 – müsste das dann sein, wenn sie erwachsen sind – in einer Gesellschaft leben, die ihnen Zeit schenkt, Zeit für Gespräche und Zeit für das zu Ende denken von Gedanken. Zeit zum Lesen und ganz wichtig, Zeit und Muße, dass sie mit ihren Kindern ins Kino gehen, um in fremde Welten einzutauchen. Und dass ihre Kinder dann im Jahr 2047. genau wie ich im Jahr 1979, als ich zum ersten Mal im Kino oder meine Kinder vor einigen Jahren zum ersten Mal im Kino waren, nicht mehr vom Kino loskommen. Und dass diese Kinder dann genau wie ich und wie meine Kinder erkennen, was eigentlich der Unterschied zwischen dem Kino und anderen medialen Angeboten ist. Was auch immer diese anderen medialen Angebote in 2047 sein werden. Also lesen tun meine Jungs, die absolut Generation Alpha sind, nicht so gerne. Aber ins Kino gehen sie wahnsinnig gerne, auch wenn sie sich erst mal an diese epische Länge, also diese Aufmerksamkeitsspanne, daran musste man sie erstmal gewöhnen. Und irgendwann haben sie dann aber verstanden oder sogar gesagt: naja, das Kino erzählt ja auch so eine Art Leben oder unterschiedliche Leben. Und Leben dauert ja auch lange. Also braucht man da auch sozusagen mehr Zeit, um die Geschichte zu erzählen. Also die kriege ich vom Kino kaum noch weg. Das wünsche ich der Generation Alpha in Bezug auf das Kino. Und dem Kino wünsche ich für das Jahr 2047, dass diese Generation Alpha viele Kreative hervorgebracht hat, die dem Kino weiterhin auch großartige Kinogeschichten schenken.

Daniel Fiene: Ist Ihnen etwas aufgefallen? In ihrer Vision hat sie nicht das Kinderkino in den Mittelpunkt gestellt, sondern die Kinder und wie sie durch den Kinofilm auch die Gesellschaft verbessern können. In unserem Gespräch habe ich sie erst einmal gefragt, warum ihr dieser Faktor Zeit auch so wichtig war.

Sarah Duve: Weil ich glaube, wir im Moment in einer Gesellschaft leben. Und das war auch schon in Wahrheit vor der Pandemie so, wo die Leute tatsächlich, oder gefühlt immer weniger Zeit für schöne Dinge, also Kultur oder andere schöne Dinge haben. Oder einfach sich mal länger miteinander unterhalten. Weil entweder kommt irgendetwas dazwischen, oder man denkt, es käme was dazwischen. Guckt auf sein Handy, ob da wieder was gekommen ist. Man muss ja auch sagen diese neuen Medien... So sehr ich sie schätze, die sind ein wahnsinniger Zeitfresser. Die sind auch ein wahnsinniger Freizeitfresser, weil man den Blick nicht abwenden kann und immer denkt, es kommt etwas Neues. Es kommt was Neues. Und das ist das Schöne am Kinofilm. Da muss man sich darauf einlassen. Man muss sich Zeit nehmen. Man muss im Kino sozusagen die etwas langsamere Erzählweise, als es auf dem Tablett irgendwelche kleinen Clips oder YouTube Shorts - man muss sich einfach drauf einlassen und Zeit nehmen und Lust auf diese Zeit haben.

Daniel Fiene: Ich frage mich, wo das auch noch so hingeht mit dieser Alltagsverdichtung. Aber auch so auf Elternseite… Ich sage mal so, Stichwort Helikoptereltern: Zu meiner Zeit, kann ich mich echt noch erinnern, da hatte man halt immer nachmittags frei und hat sich damit beschäftigt, mit den Kindern in der Nachbarschaft gespielt, und das war völlig okay. Und heute habe ich den Eindruck, dass sehr viele Kinder, zumindest in der privilegierteren Gesellschaftsschicht, total durchgeplant und durchgetaktet sind. Woher kommt das?

Sarah Duve: Das erlebe ich auch und auch in meinem allernähsten Umfeld, dass das schon sehr vieles, was die heutzutage… Aber du hast Recht. Es sind vor allen Dingen sozusagen die die privilegierten städtischen Menschen. Ich weiß nicht, das ist irgend so ein selbstgemachter Ehrgeiz. Man will eigentlich den Kindern nur was Gutes damit tun. Vielleicht überfordert man sie auch manchmal. Ich weiß nicht, wo das alles hinführt.

Daniel Fiene: Weißt du was? Wir werden uns jetzt einfach mal so eine optimistische Grundhaltung vornehmen, dass es alles nicht ganz so schlimm wird und ist das da vielleicht auch eine Rückbesinnung gibt.

Sarah Duve: Das wäre meine Hoffnung.

Daniel Fiene: Wir erleben ja aber auch, das so von Generation zu Generation meistens die Kinder dann so größere Themen, die immer eine große Rolle spielten, auf einmal ganz anders gemacht haben. Na also, was weiß ich eine Generation, wo die Eltern, sage ich mal, ein bisschen spießiger waren - Da waren die Kinder dann so ein bisschen lockerer. Und wo die Eltern dann super locker waren, sehen wir jetzt ja, da sind so die Kinder wieder ein bisschen konservativer.

Sarah Duve: Ja das sind Wellen. Aber man merkt es ja auch jetzt schon bei der, also das ist sozusagen die die Generation, die jetzt ins Berufsleben geht, dass die schon ganz andere Zeitansprüche haben. Also dass die… dieses blöde Work-Life-Balance Wort. Es macht ja Sinn, dass man das irgendwie in eine Balance wiederkriegt. Also genau, wie wir gehen sehen, dem Ganzen positiv entgegen. Das wird schon.

Daniel Fiene: Der andere Aspekt bei deiner Vision, der mir aufgefallen ist, dass Kinofilm - dass man sich eben die Zeit dafür nimmt, sich darauf einzulassen, dass das eben auch nicht nur zur Unterhaltung ist. Dass man sozusagen nicht nur den kurzfristigen Nutzen hat, sondern du hast auch gesagt, dass es so einen gesellschaftlichen Impact hat, weil es nämlich auch etwas für die persönliche Entwicklung tut. Wie sieht dieser gesellschaftliche Impact eigentlich aus? Wodurch kann der beim Kinofilm entstehen?

Sarah Duve: Ich glaube Kinofilme regen vor allen Dingen Gespräche an über andere Welten, über andere Lebensformen, über andere Werte, über Werte überhaupt. Also wenn ich mit meinen Kindern ins Kino gehe, dann reden sie gerne auch noch einmal zwei Tage später über den Film und stellen viele Fragen. Warum ist es da so? Warum ist es da so? Und damit meine ich jetzt nicht die von mir auch sehr geschätzten Hollywood Animationsfilme. Aber zum Beispiel ein Film wie der Dokumentarfilm von „Checker Tobi“ der erste, der immer noch sehr gut läuft, zumindest in den ganzen Schulkino -Veranstaltungen, die wir als FFA auch fördern. Solche Filme, darüber reden Kinder und Jugendliche manchmal wochenlang, weil sie sich grundsätzliche Fragen stellen - wie geht es weiter mit unserer Welt? Und geht es überhaupt weiter mit unserer Welt? Und dann aber auch positive Vorschläge ganz direkt in der Familie machen, was man ändern kann, damit die Welt noch weiterbesteht.

Daniel Fiene: „Checker Tobi“ ist ja auch noch interessantes Beispiel fürs Thema Kinderdoku, das ist ja eigentlich eines, was ja heute total unterrepräsentiert ist. Also „Checker Tobi“ ist so eine Ausnahme. Woher kommt das?

Sarah Duve: Also Dokumentarfilme auch für Erwachsene haben es seit jeher im Kino nicht leicht. Die kämpfen immer ums Kinopublikum. Erst kämpfen sie um ihre Finanzierung und um die Entstehung. Dann kämpfen sie ums Kinopublikum. Das war auch schon vor der Pandemie so. Und Kinder-Dokumentarfilme - Erstens gibt es kaum welche außerhalb dieser Marken „Checker Tobi“ oder Willi. Es gibt kaum welche. Deswegen kann man auch sozusagen Generationen nicht wirklich daran gewöhnt, weil es kaum welche gibt, weil sie gar nicht entstehen. Weil also das ist so Henne - Ei, weil man weiß, der Markt ist zu klein. Kinder und Familien gehen einfach nicht wirklich in Kinder-Dokumentarfilme im Kino.

Daniel Fiene: Blicken wir jetzt aber schon einmal in Richtung Zukunft. Mich interessiert genauer, wo es bei der Kinobranche gerade zwickt und zwackt - beziehungsweise zwicken und zwacken wird, also heute aber auch in Zukunft. Ich habe Sarah Duve deswegen gefragt wie verändern sich die Rahmenbedingungen für den Film, aber auch die Arbeit der Filmförderung?

Sarah Duve: Ich glaube, solange Menschen Geschichten erzählen wollen und große Geschichten erzählen wollen, ist mir eigentlich ums Kino und den Kinofilm nicht wirklich bang. Das Kino wurde ja nun schon so oft totgesagt - mit der Einführung des Fernsehens, dann mit der Einführung des Privatfernsehens. Jetzt kommen die Streamer oder kamen die Streamer und sie gehen auch nicht mehr. Was auch gut ist, dass sie nicht mehr gehen, aus verschiedenen Gründen. Dann kam die Pandemie. Da haben wir als Bund und aber auch die Länder sehr viel Geld in die Rettung der Kinos über diese Schließzeiten investiert. Also ich glaube, solange Menschen und ich glaube, der Drang Geschichten zu erzählen, der ist so viele tausend Jahre alt. Und das Wichtigste fürs Kino sind gute Geschichten fürs Kino. Mir ist da überhaupt nicht bang. Das Kino, das war schon vor der Pandemie so, dass das Kino sich weiterentwickeln muss und dass das Kino neue Formen der Publikumsakquise nutzen muss. Und dass das Kino viel näher an seinem Publikum, also die Kinobetreiberinnen und Betreiber, viel näher an ihrem Publikum sein müssen. Was glaube ich, die Zukunft der Filmförderung anbelangt, da ist natürlich genau wie in der gesamten Branche, alles dermaßen im Fluss gerade. Ich glaube, was die FFA als Bundesförderung, die sich ja auch aus der Branche raus finanziert. Die FFA muss erstmal die nächsten Jahre dafür kämpfen, dass es weiter gute Kinofilmen gibt, dass die Kreativen nicht zu den Streamern abwandern, was im Moment eine auch nachvollziehbare Bewegung ist. Also das ist sozusagen der einzige Punkt, wo ich eigentlich die Konkurrenz Kino - Streamer sehe. Gar nicht so sehr im Publikum, sondern die Streamer können halt deutlich schneller agieren und Projekte finanzieren und Kreative an sich binden, als es eine doch recht langatmige Entstehung eines Kinofilms kann. Also ich glaube, die Filmförderungen müssen dafür Sorge tragen, dass es auch weiterhin kreative Leute gibt, die Kinofilme machen wollen. Das ist das Wichtigste. Denn ohne gute Kinofilme in 2047 hat es das Kino schwer.

Daniel Fiene: Was ja die Streamer tatsächlich ganz anders machen ist, wie sie Stoffe entwickeln. Zum Beispiel, hast du ja gerade gesagt, das Kino muss sich verändern, auch zum Beispiel die Kinobetreiber müssen da viel näher rangehen, ans Publikum rangehen. Und ich habe ein bisschen über auch über Entstehungsprozess von Kinofilmen nachgedacht. Und da ist mir erst mal aufgefallen, wie klassisch das ist und mittlerweile so in den letzten fünf bis zehn Jahren sich in anderen Medienbereichen die Art, wie Dinge entwickelt werden, komplett verändert haben. Zum Beispiel das sehr viel mehr ins Testing oder auch so in die Bedarfsanalyse von Zielgruppen richtig reingegangen wird. Und die Streamer machen das ja auch. Also dass die zum Beispiel neue Stoffe erst mal richtig testen und dann noch mal ein bisschen weiterentwickeln oder auch schon sehr konkrete Vorgaben, weil sie einfach wissen, aus ihren ganzen Daten, die sie haben, welche Stoffe eigentlich dann auch ja geschätzt werden. Das hat natürlich auch so ein bisschen den Effekt, dass irgendwie alle Netflix-Serien mittlerweile gefühlt sehr gleich aufgebaut sind, sehr erwartbar sind. Da wenig Überraschung ist, weil es ein bisschen durchformatiert ist, aber das ist beim Kinofilm ja nicht so, dass es ist ja noch so… Kommt ja alles noch, sage ich mal so aus dem Bauchgefühl der Kreativen heraus, was bei anderen Mediengattungen ja immer weniger der Fall ist. Muss das beim Kino auch so geschehen? Gehört das auch so ein bisschen dazu, was du gerade skizziert hast? Oder ist das gerade gut, dass man sich da beim Kinofilm sehr auf die Arbeit der Kreativen verlässt?

Sarah Duve: Also das Besondere an Kinofilmen ist, dass es eben nicht immer sozusagen die gleichen Geschichten erzählt, auf die gleiche Art und Weise. Dennoch ist natürlich sozusagen noch sehr viel, gerade in Deutschland, sehr viel Marktforschung oder mehr als bisher notwendig. Aber in Amerika wird es ja auch gemacht. Und trotzdem gibt es Kinofilme, die funktionieren. Und es gibt viele Kinofilme, die dann doch nicht funktionieren. Kino ist immer eine Überraschung. Und ich finde Kinos sollte auch immer eine Überraschung bleiben. Aber es gibt schon AI-Überlegungen, wie man den Erfolg eines Kinofilms besser einschätzen kann. Also da tut sich schon was, aber natürlich langsamer wahrscheinlich als bei den Streamern. So etwas kostet natürlich auch immer wahnsinnig viel Geld. Das muss man auch sagen. Und der Kinofilmbranche geht es nicht so gut wie den Streamern im Moment. Ich glaube, es ist beides. Man muss mehr tun, aber man darf sozusagen das Tolle am Kino - nämlich, dass es immer wieder überraschend ist oder eine überraschende Dramaturgie hat - das darf nie verloren gehen.

Daniel Fiene: Wenn wir jetzt uns mal so oft eine Vision hinarbeiten, wie die ermöglicht werden kann, da sollten wir erstmal auf die Herausforderungen von heute schauen. Und dass das Kino ist schon immer nicht so einfach hat, das glaube ich, kennen wir schon seit Jahren. Aber jetzt seit der Corona-Pandemie, hat das ja noch einmal so eine ganz andere Dramatik bekommen, wo erst einmal alle zuhause geblieben sind und so. Das haben, glaube ich, alle so ein bisschen mitbekommen. Oder auch, dass man erst natürlich vielleicht sich nicht getraut hat, in so Kinosäle zu gehen, weil es da einfach zu voll ist. Da muss man sich ja auch wieder so dran gewöhnen. Aber selbst jetzt - die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine oder auch das Thema Energiepolitik oder vielleicht auch andere Krisen, die haben jetzt auch noch mal so negativen Impact. Deswegen fragen wir mal so dich als Kennerin der Branche: Wie geht es dem eigentlich dem Kino wirklich? Und was sind eigentlich so tatsächlich die Herausforderungen seit der Pandemie oder was jetzt auch aktuell im Weltgeschehen passiert?

Sarah Duve: Also heute ist Montagfrüh im Oktober. Heute geht es dem Kino ganz gut, Nämlich letztes Wochenende sind 1,2 Millionen Leute ins Kino gegangen. Das ist gigantisch. Das ist noch lange nicht wie vor der Pandemie. Wir haben immer noch einen 30-prozentigen Besucherrückgang, aber das ist erst mal was Schönes. Und ganz viele sind nämlich auch in einen deutschen Film gegangen, nämlich in „Die Schule der magischen Tiere 2“ oder in „Der Vorname“. Also heute Morgen bin ich ganz fröhlich, was das Kino anbelangt. Aber die Krisen, die multiplen Doppel-Whopper-Krisen, die du angesprochen hast. Die treffen natürlich nicht nur die gesamte Gesellschaft, sondern eben auch das Kino, was jetzt geradezu absurd ist, weil die Kinos haben während der Pandemie sehr viel Geld investiert und auch Unterstützung von Bund und Ländern bekommen, um ihre Kinos mit neuen Lüftungsanlagen, sozusagen virenkompatibel zu machen. Wir haben sehr viel investiert in Hygienekonzepte und Umsetzung, aber genau diese ganzen Programme und diese ganzen Investitionen führen dazu, dass Kino sozusagen noch energieintensiver geworden ist als vorher schon. Also diese ganzen schrecklichen Krisen, die passen noch nicht mal irgendwie zusammen, sondern die widersprechen sich ganz schrecklich. Genau also die Kinos, aber auch hier wird der Bund und ich denke auch die Länder versuchen wieder zu unterstützen, mit diesen Energiekosten klarzukommen. Weil natürlich es auch mit Blick auf die gesamte Gesellschaft schwierig ist, jetzt die Preise im Kino zu erhöhen, weil natürlich die Leute sowieso weniger Freizeitbudget – und damit meine ich nicht nur Zeit, sondern ich meine vor allen Dingen Geld – haben. Also auch hier wird wieder staatliche Unterstützung, glaube ich notwendig sein, damit die Kinos und andere Kulturorte, also den Theatern und Opernhäusern, denen geht es ja ähnlich, um die da zu unterstützen. Aber wie gesagt, die Leute haben offensichtlich wieder Lust aufs Kino. Und die Familien haben Lust aufs Kino und vor allem keine Angst vorm Kino. Jedenfalls im Moment nicht. Mal gucken wie sich die Pandemie weiterentwickelt. Ich hoffe, dass nicht wieder irgendwann etwas geschlossen werden muss.

Daniel Fiene: Du hast eben diese Lust aufs Kino beschrieben. Wenn man aber mal so auf die unterschiedlichen Zahlen schaut, da fällt schon auf, dass besonders die, ich nenne sie mal Fortsetzungsfilme, dann eine ganz besondere Rolle spielen. Also die großen, kann man sagen Blockbuster? Ja, vielleicht. Das macht ja nicht nur Hollywood so, sondern das gilt natürlich auch für Produktionen aus Deutschland, weil sie wissen, das ist eine sichere Bank, da gehen die Leute hin. Ist das nicht fast ein bisschen traurig, wenn man so auf diese Entwicklung schaut, dass eigentlich so ganz neue Filme erstmal überhaupt keine große Chance zu scheinen haben, weil einfach das Publikum sich hauptsächlich auf bekannte Namen verlässt.

Sarah Duve: Alle Filme, die den Leuten Spaß machen und die die Kinos vollmachen, sind erstmal was Gutes, finde ich. Kino soll ja auch Spaß machen. Gerade im Kinderfilmbereich ist es natürlich so, wie du sagst, das bekannte Vorlagen - und das heißt nämlich, dass die Kinder doch lesen - so etwas wie „Die Schule der magischen Tiere“ zum Beispiel. Dass das natürlich gut funktioniert. Ich sehe darin aber nicht wirklich, was Schlechtes, weil es sind ja auch gute Filme und es waren gute Bücher. Und es ist was für die Familie… Vielleicht haben die Eltern den Kindern die Bücher vorgelesen und dann gehen sie zusammen ins Kino. Das ist jetzt per se erstmal überhaupt nichts Schlechtes. Was aber natürlich schade ist, dass andere Filme, die nicht auf originären Vorlagen beruhen, es wahnsinnig schwer haben in diesem Kinomarkt und in diesem Herausbringungsmarkt. Das bedauere ich persönlich, sehr, viele andere auch, weil natürlich auch originäre Geschichten erzählt werden können müssen und auch ein Publikum finden müssen. Deswegen hat schon vor zehn Jahren sozusagen wurde eine Initiative ins Leben gerufen, „Der besondere Kinderfilm“. Da geht es nämlich um die Förderung und Unterstützung durch Förderer und aber auch öffentlich-rechtliche Sendeanstalten und insbesondere auch den KiKA, die also, dass Filme entstehen können, die nicht auf einer originären Vorlage basieren mit Hilfe der Sender und der Förderung. Diese Filme laufen interessanterweise, wenn sie dann im Fernsehen irgendwann ausgestrahlt werden, dort auch sehr gut, zum Beispiel im KiKA. Aber im Kino tun die sich wahnsinnig schwer, weil eben so viele andere Filme, wo die Eltern wissen, was sie haben, wenn sie reingehen. Und wenn sie dafür auch einigermaßen viel Geld bezahlen und nicht mutig genug sind zu sagen: Ne, aber heute gehen wir mal einen anderen Film. Das werfe ich den Eltern gar nicht vor. Wir hatten vorhin das Thema Zeit. Natürlich wissen sie bei „Die Schule der magischen Tiere“, was sie erwartet und dass das alles super wird. Aber diese originären Filme, was denen natürlich auch fehlt, ist sozusagen ein adäquates Marketingbudget, um überhaupt auf sich aufmerksam zu machen.

Daniel Fiene: Um bisschen so zu verstehen was so die Herausforderungen sind, lass uns doch vielleicht erstmal so ein bisschen gucken, wie es eigentlich so dem Deutschen Kinomarkt geht. Vielleicht auch im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarn: Läuft es hier besonders gut oder im Vergleich schlecht? Wie siehst du das, wenn du mal so auf Europa schaust? Wie würdest du uns das einordnen?

Sarah Duve: Also erstmal – und das ist mir auch erst in Vorbereitung auf heute klargeworden – ist Deutschland im europäischen Vergleich bei der Produktion von Kinderfilmen an Nummer eins. Das war mir nicht so klar. Das freut mich natürlich sehr. Die, wo die anderen europäischen Staaten, glaube ich, besser sind, ist bei dem ganzen Thema Filmbildung. Wir haben ja auch ein großes Programm mit Vision Kino und den Schulkinowochen in Deutschland. Aber die anderen europäischen Länder, nicht alle aber viele, sind da schon viel weiter und erreichen noch mehr Schülerinnen und Schüler als in Deutschland. Und ich glaube, das ist ein wichtiger Punkt auch für Deutschland. Dass man da noch intensiver sozusagen schon die Schüler abholt und ins Kino, fürs Kino begeistert. Wo die anderen Länder auch weiter sind, ist sozusagen - die haben Kinotage für Familien, die haben Kinder-Kinotage. Also besondere Tage, die natürlich dann auch mit dem reduzierten Eintrittspreis einhergehen für Familien. Also ich glaube, Kinder ins Kino zu holen. Da sind, glaube ich, einige anderen Länder weiter als wir. In der Produktion sind wir weiter, oder an Nummer eins. Wie gesagt, das hat mich überrascht und freut mich weil das war mir nicht klar.

Daniel Fiene: Wir haben eben schon über privilegierte Familien gesprochen. Die haben wir da eher so im Kopf. Aber wenn wir einfach mal uns so die gesamte Schullandschaft einer großen Stadt vorstellen: Da gibt es ja noch so viel mehr. Kinder, die vielleicht sich mehr selbst überlassen sind – früher hätte man ja Schlüsselkinder gesagt, wo sich die Eltern vielleicht gar nicht so sehr interessieren, weil es sie wirklich nicht interessiert oder weil sie so hart arbeiten müssen, dass sie einfach keine Zeit haben. Werden ein paar Kinderschichten vergessen?

Sarah Duve: Ich muss auch immer aus meiner Hauptstadt-Kultur-Bubble, mich rausdenken. Aber das Kino, also ich weiß das aus meinem alten Job als ich Vision Kino, was ich gegründet habe und dann 14 Jahre die Geschäftsführerin von Vision Kino war, da war das Kino zum Teil im ländlichen Raum der einzige Kulturort überhaupt. Und wir haben jedenfalls damals, und das ist auch immer noch so bei den Schulkinowochen sehr darauf geachtet, dass alle mitgenommen werden und alle Schulen mitgenommen werden. Und auch selbst in den Großstädten gibt es ja Orte, wo man meint, vielleicht muss man da gar nicht gar nichts tun. Aber wir haben immer sehr darauf geachtet, dass es tatsächlich ein großes Teilhabe-Projekt ist. Und ich glaube, die Kinobetreiber vor Ort, die kümmern sich auch darum. Da kann man bestimmt noch mehr tun, wie man allgemein mehr tun kann. Aber Kino ist eben ein niedrigschwelliges Angebot, was allen offenstehen sollte und muss. Nicht sollte, muss.

Daniel Fiene: Ich habe ein bisschen den Eindruck, dass du noch gar nicht so Herausforderungen für die Filmförderung oder auch für euch bei der FFA skizziert hast. Ist es tatsächlich so, dass ihr in so einer Luxussituation seid, dass ihr euch diesen ganzen Veränderungen jetzt erst einmal durch eure Funktionsweise nicht stellen müsst? Oder gibt es da auch für euch Herausforderungen, denen ihr euch den nächsten Jahren stellen müsst?

Sarah Duve: Ja viele. Aber wir haben jetzt zweieinhalb Jahre Krisenmanagement betrieben, um der Branche zu helfen. Von einem Tag auf den nächsten kamen neue Programme. Also wir hatten die letzten zwei Jahre schlicht keine Zeit, um uns intensive Gedanken über die Zukunft der Filmförderung zu machen. Also weder wir noch die Kolleginnen und Kollegen aus den Ländern. Da gibt es ja auch Filmförderung in den Bundesländern. Wir haben versucht, die Branche buchstäblich zu retten, und zwar auch die Produktion. Wir haben Ausfallfonds entwickelt. Aber natürlich steht auch die Filmförderung, insbesondere die FFA, deren größte Einnahme vor der Pandemie die Abgabe von den Kinotickets war. Wenn es dem Kino nicht gut geht, geht es auch der FFA nicht gut. Das ist anders als bei anderen Förderern, die sich aus Steuermitteln oder aus Sendermitteln oder beides, beidem finanzieren, finanziert sich die FFA eben aus der Abgabe.

Daniel Fiene: Und gerade wenn es im Kino nicht so gut geht, ist eine Filmförderung ja umso wichtiger.

Sarah Duve: Genau das ist das. Und natürlich muss sich auch Förderung mit den Auswertungsfenstern befassen in den nächsten Jahren. Ob das so starr bleiben kann, bei deutschen, geförderten Filmen. Also es gibt ein Bündel, ist schon untertrieben, ja. Es gibt wahnsinnig viele Herausforderungen, der sich die Förderung stellen muss. Also alle Förderungen. Wobei die Länder ja jetzt, die machen ja auch schon länger, die fördern ja auch schon Serie länger. Oder der Bund fördert ja auch Serie. Die FFA ist sozusagen im Moment die einzige Kinoförderung und zwar Kinoförderung vom Anfang bis zum Ende, also vom Treatment übers Drehbuch über die Produktion über den Verleih, Wir fördern die Kinos in ihren Investitionen. Wir fördern aber auch das filmische Erbe, den Erhalt des filmischen Erbes, so. Die FFA ist Kinoförderung. Und natürlich, wenn es dem Kino schlecht geht, geht es der FFA auch nicht gut.

Daniel Fiene: Das finde ich interessant, dass du sagst, das durch den ganzen Krisenmodus gar keine Luft bleibt, um an die Zukunft zu denken, welche Weichen gestellt werden müssten und so weiter. Was sind denn das für Themen, die angepackt werden müssten? Also was müsste man heute tun, damit man die Vision, die du am Anfang skizziert hast, auch erreichen kann?

Sarah Duve: Man braucht genug Geld. Man muss gucken, dass man auch weiterhin gut finanziert ist als Förderung. Man muss sich sozusagen der wie ich, was ich eben schon sagte. Im Moment ist es ja so: erst läuft ein Film im Kino, dann gibt es ein bestimmtes Fenster, dann darf er erst auf Video. Ich denke, dass das auch immer dynamischer wird. Das vielleicht die Kinoauswertung irgendwann nicht mehr so lange so starr bleiben kann. Das sind aber Themen, mit denen – da befasst sich die Branche und die Politik und wir auch schon länger mit. Die FFA ist ja sozusagen an ein Gesetz gebunden, was relativ starr ist und alle fünf Jahre neu gemacht wird. Da muss man jetzt anfangen. Aber erstmal muss sozusagen der Markt wieder auf einen... Ich weiß gar nicht, ob das jemals so kommt, dass es wieder irgendwo einen Status quo, von dem aus man überhaupt Planung machen kann. Ich weiß es nicht, ich weiß es nicht, aber es gibt sehr viele Herausforderungen. Das Wichtigste ist, was für Filme wollen wir fördern. Und wie unterstützen wir Kreative, um ihre Filme zu machen, am besten.

Daniel Fiene: Beim Stichwort Kreativität fällt mir ein, du sagtest, dass die Kreativen dürfen der Branche jetzt nicht abwandern. Da steckt ja noch mehr hinter. Es gibt ja viele weitere wichtige Jobs in der Branche. Eine Parallele zu anderen Medienbranchen ist ja, dass sie es echt schwer haben, eigene Stellen zu besetzen, weil es deutlich mehr Angebote gibt. Für Jüngere ist es vielleicht ja cooler einen eigenen Youtube-Kanal zu starten, als jetzt ein Praktikum bei einem Fernsehsender zu machen. Wie sieht das in der Kinobranche aus?

Sarah Duve: Das sind ja jetzt sozusagen die Kreativen, auf die du ansprichst. Aber wir haben, es geht schon los bei einfachem Fachkräftemangel, so wie er überall im Moment ist, egal wo man hinguckt. Also das hat die Filmbranche auch. Aber auch bei den Kreativen, also Drehbuchautor*innen, Regisseur*innen. Auch da gibt es natürlich tausend andere Möglichkeiten, als sich dem Kinofilm zu widmen. Also das Problem hat die Kinobranche auch. Und ich glaube dass sozusagen - früher wollten alle, ich weiß das noch, deswegen bin ich ja auch… Ich wollte immer zum Film. Das fand ich das Größte schon als Kind. Die Film- und Fernsehbranche muss, die ist nicht mehr so per se ist das nicht mehr attraktiv oder sexy oder glamourös oder so, wie du sagst. Es ist einfacher, irgendwie einen eigenen Youtube-Kanal aufzumachen als – ja gutes Beispiel – als ein Praktikum bei einem Sender. Ich glaube, wir müssen viel tun, um diese Branche auch wieder attraktiv nach außen zu kommunizieren, dass es Spaß macht.

Daniel Fiene: Naja, aber früher kamen die Bewerbungen von selbst. Vielleicht muss die Kinobranche, wie es ja auch gerade andere Medienbranchen lernen, stärker rausgehen, um zu zeigen, was es dafür coole Jobs gibt.

Sarah Duve: Ja, da gibt es auch im Moment sehr viele, sozusagen Initiativen in der Branche, aber auch sozusagen übergreifend wird da massiv darüber nachgedacht oder auch schon ganz aktiv. Wie erreichen wir eigentlich die Schulabgänger*innen? Oder wir erreichen wir Leute, die wir früher gar nicht in unserem Fokus gehabt hätten, was auch arrogant übrigens war. So, also da ist, wird viel getan, aber es braucht, glaube ich noch ein bisschen Zeit. Also ich wusste gar nicht was, ich wollte einfach zum Kino und zum Film. Ich wusste ja gar nicht, was man da macht. Das war mir auch völlig wurscht. Ich fand das einfach super. Aber heutzutage sind die Leute natürlich zurecht auch differenzierter und wollen wissen was erwartet mich da eigentlich? Und was sind das eigentlich für Arbeitszeiten? Und wie läuft eigentlich so ein Dreh? Und da müssen wir glaube ich einfach alle besser werden im Kommunizieren.

Daniel Fiene: Sarah Duve habe ich noch eine Checkliste mitgebracht. Da kann sie Hausaufgaben verteilen an die verschiedenen Stakeholder der Kinobranche, damit ihre Vision für die Generation Alpha und im Kinofilm auch möglich wird. Fangen wir einmal an mit den Kinobetreiber*innen.

Sarah Duve: Also die Kinobetreiber sollten vor allem das Publikum erreichen, was in den letzten Jahren vielleicht noch nie im Kino war, nämlich die Kinder und Jugendlichen. Denn, hatte ich glaube ich schon mehrfach gesagt, wer als Kind nicht ins Kino geht, geht auch später nicht ins Kino. Das heißt sie sollten die digitalen Möglichkeiten also, das ist ja das Tolle an der digitalen Welt, dass man die Leute eigentlich überall gut erreicht mit seinen Angeboten. Die sollten Sie, oder es sollte ihnen die Möglichkeit geschaffen werden, diese viel, viel intensiver zu nutzen. Aber auch die Kino-, also die Publikumsansprache vor Ort. Denn jeder Kinobetreiber kennt natürlich in Wahrheit sein Publikum vor Ort am besten. Auch hier brauchen die Kinobetreiber mehr Möglichkeiten, um ihr lokales Publikum vor Ort besser anzusprechen. Das wissen Kinobetreiber aber auch. Aber meine Kinder wissen auch immer, was sie als Hausaufgaben aufhaben, und machen es dann irgendwie trotzdem manchmal nicht. Sollen Kontakt zu ihren Schulen aufnehmen. Kinobetreiber sollen Filmfestivals auch außerhalb der Ballungszentren, also der kulturellen Ballungszentren, viel mehr machen. Aber für all das braucht der Kinobetreiber Zeit und aber natürlich auch Geld. Und da denke ich, ist die Politik dann wiedergefordert, die vielleicht als Nächstes auf deiner Checkliste stehen würde.

Daniel Fiene: Ja, da stehen die Politiker*innen. Was würdest du ihnen als Hausaufgabe mitgeben?

Sarah Duve: Der Politik in Bund und Ländern: Unterstützt weiterhin in den nächsten zwei Jahren die Kinos. Unterstützt vor allen Dingen aber auch - und die sind, glaube ich jetzt in diesem Podcast etwas zu kurz gekommen – die Verleiher. Ein Kinofilm ist nichts ohne Kinofilm-Verleiher. Und die Verleiher hatten es in den letzten zwei Jahren nicht leicht, muss man sagen, denn bei geschlossenen Kinos laufen auch Filme nicht so richtig gut. Ertüchtig, das ist so ein neues Wort, was ich gelernt habe. Jetzt benutze ich es mal. Ertüchtigt die Kinobetreiber*innen durch dieses Setzen von Rahmenbedingungen und Förderung, dass sie die Möglichkeit haben, ihr lokales Publikum besser zu betreuen. Dass sie die Möglichkeit haben, Festivals durchzuführen. Dass sie die, also alles, was ich den Kinos als Hausaufgabe auch gerade aufgeschrieben habe. Und da ist das Wort Rahmenbedingungen auch richtig.

Daniel Fiene: Da klingt ein bisschen durch, dass ihr euch auch wünschen würde, dass euer gesetzlicher Auftrag in diese Richtung erweitert wird?

Sarah Duve: Flexibler wird. Ah! Ich habe noch was für die Politik. Da ja auch die Öffentlich-Rechtlichen, aber auch natürlich die privaten Sender, aber sehr viel in Kinofilme investieren ist meine Hausaufgabe an die Politik: Sorgt für das Überleben des Öffentlich-rechtlichen Fernsehens.

Daniel Fiene: Nächster Punkt auf meiner Checkliste sind die Filmemacher*innen.

Sarah Duve: Die Filmemacher*innen: Bitte verliert nicht die Lust und den Glauben ans und aufs Kino. Kommt zum Kino.

Daniel Fiene: So eine Motivation ist eine tolle Hausaufgabe. Zwei Punkte stehen noch auf meiner Liste. Da haben wir noch Kinoinfluencer*innen wie zum Beispiel die Lehrerschaft.

Sarah Duve: Nutzt die Möglichkeiten, liebe Lehrer*innen, die tollen filmpädagogischen Angebote, die es schon gibt. Nutzt sie.

Daniel Fiene: Der letzte Punkt auf der Liste. Was würdest du Eltern mit ins Pflichtenheft geben?

Sarah Duve: Nehmt euch Zeit, geht ins Kino. Ist ein großer Familienspaß.

Daniel Fiene: Da war sie wieder, die Zeit. Aus meinem Deep Dive in die Zukunft des Kinofilms mit der Generation Alpha, zusammen mit Sarah Duve von der FFA Filmförderungsanstalt, nehme ich so einiges mit und motiviert mich auch jetzt schon mal mir bewusst Zeit zu nehmen, wie zum Beispiel fürs Kino. Was das für einen positiven Impact auch für die Gesellschaft haben kann, haben wir gehört. Aber dazu müssen wir diesen Teil der Kulturwelt auch erhalten. Wir sind schon auf der Zielgeraden des Generation Alpha - Podcasts. Und da dies die letzte Episode ist, durch die ich führen konnte, möchte ich auch noch ein persönliches Fazit ziehen. Zwei Punkte habe ich da im Kopf, und da ich ja vor allem Host für Medienthemen war, haben meine beiden Punkte auch etwas mit Medien zu tun. Mediale Angebote für die Generation Alpha, die sorgen nicht nur dafür, dass in einer Zeit, in der sich Krise an Krise reiht, Kinder aufgefangen werden und ein Stück Sicherheit geboten bekommen. Sondern sie geben ihnen auch darüber hinaus die Chance, die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Sie zeigen Ihnen neue Welten, neue Perspektiven. Das ist nicht zu unterschätzen. Der zweite Punkt der war mir gar nicht so bewusst. Das betrifft nämlich nicht nur informierende Kinderprogramme, sondern auch unterhaltende oder auch vor allem unterhaltende. Besonders fiktionale Programme können einen Wert haben, wenn sie sich konstruktiv mit den Herausforderungen von heute auseinandersetzen und die Persönlichkeitsentwicklung die Generation Alpha unterstützen. Da profitieren dann nicht nur die Generation Alpha und später auch ihre Kinder, sondern die gesamte Gesellschaft. Neue Folgen von unserem Podcast gibt es immer mittwochs alle zwei Wochen in der ARD Audiothek in gut sortierten Podcast-Apps und Verzeichnissen und im KiKA-Kommunikationsportal. Danke fürs Zuhören. Mein Name ist Daniel Fiene. Bleiben auch Sie mit uns neugierig auf die

[Outro] Generation Alpha - Der KiKA-Podcast

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