13. Mai 2022

KiKA beginnt innovative Produktion für Vorschulreihe

Drehstart von „KiKANiNCHEN“ in neuer 3D-Welt

Mit großen produktionellen Veränderungen haben am 27. April die Dreharbeiten für eine weitere Staffel „KiKANiNCHEN“ (KiKA) in Erfurt begonnen. Das Vorschulformat setzt für die neuen Folgen auf die innovative Virtual Production und ermöglicht Kikaninchen und seinen Freund*innen damit den Sprung in eine 3D-animierte Kulisse. Mithilfe eines Motion Capturing Anzugs muss Kikaninchen nicht erst in der Postproduktion eingefügt werden, sondern wird in Echtzeit von einer Schauspielerin verkörpert. Dies ermöglicht der Kameraführung zahlreiche Optionen und macht das multimediale Angebot filmischer und damit spannender, lustiger und vor allem emotionaler. „KiKANiNCHEN“ gehört damit zu den ersten auf diese Weise produzierten Kinderserien im europäischen Raum.

„KiKANiNCHEN“-Geschichten und Kikaninchen bekommen ein neues Aussehen

Bisher fand die Vorschulreihe „KiKANiNCHEN“ in der zweidimensionalen Schnipselwelt statt. Die Hintergründe dafür entstanden am Schreibtisch der Künstlerin und Art Directorin von „KiKANiNCHEN“ Katrin Lahr, die aus bunten Papierschnipseln Burgen, Bauernhöfe und Wiesen zusammensetzte. Um eine Folge zu produzieren, wurden zunächst die menschlichen Darsteller*innen Anni (Stefanie Bock) und Christian (Christian Bahrmann) vor einem Greenscreen gefilmt und Kikaninchen anschließend am Computer eingefügt. Die Schauspieler*innen orientierten sich derweil an grünen Bällen, wenn sie mit Kikaninchen interagierten.

Mit der Umstellung auf die virtuelle Produktionsweise werden viele Neuerungen bei der Herstellung des multimedialen Vorschulangebots möglich. Die dreidimensionale Kulisse, die ebenfalls von Katrin Lahr mitgestaltet wurde, lässt es zu, dass sich die Darsteller*innen frei bewegen können. Dadurch können aufwendige Kamerafahrten (Kamera: Andreas Gockel, Regie: Markus F. Adrian) umgesetzt werden, die für noch mehr Emotionen, Spannung und Witz sorgen. Außerdem lassen sich die neuen, größeren 3D-Welten unterschiedlich einsetzen und ermöglichen vielschichtiges Erzählen von Geschichten.

Um das Aussehen von Kikaninchen an die moderne Produktion anzupassen, erhält dieses ein neues, deutlich realistischeres Fell. Außerdem wird mithilfe eines Motion Capturing Anzuges die Figur künftig von der Schauspielerin Naemi Simon verkörpert. Der Anzug ermöglicht, die Körperbewegungen der Darstellerin direkt auf das 3D-Modell von Kikaninchen im Computer zu übertragen. Über face ware Software kann auch die Mimik direkt digitalisiert werden. Bereits während der Aufnahme ist das animierte Ergebnis zu sehen. Bisher ist diese Produktionstechnik nur aus Blockbustern wie „The Avengers“ oder der neuen „Der König der Löwen“ Verfilmung bekannt, wurde aber noch nie in einem seriellen Vorschulformat eingesetzt. Damit begibt sich KiKA an die Spitze der modernen Produktionsformen und kann die beliebte Figur in Zukunft flexibler und vielseitiger einsetzen.

KiKA-Programmgeschäftsführerin Dr. Astrid Plenk. | Rechte: KiKA/Carlo Bansini
Dr. Astrid Plenk KiKA-Programmgeschäftsführerin Dr. Astrid Plenk.

"In einem mittlerweile unüberschaubar großen Unterhaltungsangebot für Kinder schafft ‚KiKANiNCHEN‘ als Qualitätsangebot des öffentlich-rechtlichen KiKA Orientierung. Wir sehen eine besondere Chance darin, die Vorschulwelt auf modernste Art und Weise zu produzieren. Dadurch steigern wir für die jüngsten Mediennutzer*innen, sich mit dem Vorschulcharakter zu identifizieren und verbessern so die einzigartigen entwicklungs- und bildungsfördernden Möglichkeiten des Angebotes."

KiKA-Programmgeschäftsführerin Dr. Astrid Plenk
Matthias Franzmann Redaktionsleiter Vorschule | Rechte: KiKA/Carlo Bansini
Matthias Franzmann Redaktionsleiter Vorschule

"Unsere Geschichten werden nun filmischer als bisher umgesetzt. Der Erzählfluss gewinnt an Dynamik. Da auch der Raum ganz anders bespielt werden kann, ergeben sich wesentlich komplexere Erzählungen. Und: Wir versprechen uns auch deutliche Verbesserungen beim Dreh mit Kindern. Waren sie bislang bei Aufnahmen im Green-Box-Studio auf sich und ihr Vorstellungsvermögen angewiesen, sehen sie jetzt auf dem Monitor, wie Kikaninchen direkt mit ihnen interagiert."

Leiter der Redaktion Vorschule Matthias Franzmann

Die Dreharbeiten finden am KiKA-Standort in Erfurt in den Studios des MDR-Landesfunkhauses Thüringen noch bis zum 17. Mai 2022 statt. Die 3D-Animation von „KiKANiNCHEN“ verantwortet die in Berlin ansässige Cine Chromatix KG, die im Rahmen der neuen Zusammenarbeit mit dem Kinderkanal von ARD und ZDF einen weiteren Firmensitz in Leipzig eröffnete. Dadurch kann das Engagement am Medienstandort Mitteldeutschland weiter nachhaltig gestärkt werden. An der virtuellen Weiterentwicklung der erfolgreichen multimedialen Vorschulmarke „KiKANiNCHEN“ wurde über 3 Jahre gearbeitet. Die Verantwortung für die Produktion in Erfurt übernimmt seit Beginn der Reihe die Studio.TV.Film GmbH. Redaktionelle verantwortlich zeichnen bei KiKA Diana Jung und Matthias Franzmann.

„KiKANiNCHEN“ ist montags bis freitags zwischen 6:10 und 10:25 Uhr bei KiKA zu sehen. Die gesamte Angebotswelt ist auf kikaninchen.de und in der KiKANiNCHEN-App zu finden. Die Premiere der ersten Geschichten im neuen 3D-Look findet voraussichtlich im September 2022 statt.

Einblicke in die Dreharbeiten der neuen "KiKANiNCHEN"-Folgen

Gemeinsame Aufnahmen von Christian, Anni und Kikaninchen werden durch die neue Technik möglich. | Rechte: Studio.TV.Film GmbH/ Norbert Busé

Gemeinsame Aufnahmen von Christian, Anni und Kikaninchen werden durch die neue Technik möglich.

Naemi Simon wird im Motion Capturing Anzug verkabelt. | Rechte: Studio.TV.Film GmbH/ Norbert Busé

Naemi Simon wird im Motion Capturing Anzug verkabelt.

Anni (Stefanie Bock) bei Aufnahmen in der Green-Box. | Rechte: Studio.TV.Film GmbH/ Norbert Busé

Anni (Stefanie Bock) bei Aufnahmen in der Green-Box.